Der Streik der GDL und die Debatte um die Person Weselsky aus der Perspektive eines behinderten Kommunisten

Was Die Genoss_innen der DKP Thüringen zum Ausdruck bringen ist genau das was zu dem Streik und seiner Berechtigung grundsätzlich gesagt werden musste. Aus meiner Perspektive sind der Debatte dennoch ein paar Anmerkungen hinzuzufügen. Aber erstmal die Genoss_innen  aus Thüringen.

Erklärung der DKP Thüringen zum 1. Mai: Die Einheitsgewerkschaft ist eine Errungenschaft der Arbeiterbewegung, es gilt sie zu verteidigen. Die organisatorische und politische Stärkung der Gewerkschaften als Schule des Klassenkampfes ist entscheidend. Die DKP verteidigt die Einheitsgewerkschaft gegen Spaltungsversuche und die Tendenz der Einbindung in »Standortlogik«, Konzepte des Komanagements und parteipolitische Instrumentalisierung. Die DKP verteidigt das Streikrecht und die Koalitionsfreiheit, wir fordern das politische Streikrecht. Wir halten es für der Sache der Arbeiterbewegung alles andere als dienlich, dass es z.B. im Bereich der Bahn, wie in einigen anderen Bereichen, neben den DGB-Gewerkschaften auch Ständegewerkschaften gibt. Wir kämpfen immer für das Prinzip ein Betrieb, eine Gewerkschaft. Wir kämpfen für das Prinzip der Interessenvertretung der ganzen Klasse in einem Betrieb und gegen die Aufspaltung in Berufsgruppen oder Standorte. Dies sind grundsätzliche Positionen der DKP. In der Phase der Auseinandersetzung, wie während des Streiks der GDL, kann es aber auch nur einen Platz für uns geben, nämlich auf der Seite der kämpfenden Arbeiter und Angestellten. Umgekehrt konnte man gut studieren, welche Streiks die Herrschenden für gerade noch zulässig halten. Das sind Streiks, die niemand spürt und die bestenfalls zur Einsparung der Gehaltszahlungen an die Streikenden führen. Skandalös, wie mit dem Vorsitzender der GDL umgegangen wurde bzw. wie ganz offen versucht wurde, die Spaltung in die Organisation zu tragen. Geprügelt wird die GDL – gemeint sind aber alle Gewerkschaften. (…) Gerichtlich wurde versucht, das Streikrecht auszuhebeln; das klappte nicht, dafür hat man ja nun das sogenannte Tarifeinheitsgesetz in petto. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat einen Referentenentwurf zur gesetzlichen Regelung der sogenannten Tarifeinheit vorgelegt, der nach ihrem Willen baldmöglichst vom Bundestag verabschiedet werden soll. (…) Wieder mal ist es im Rahmen der großen Koalition die Sozialdemokratie, die sich in Form von Ministerin Nahles zu einem massiven Angriff auf die Rechte der Arbeiterbewegung hergibt. Hier kann es auch keine Haltung sein, auf das Bundesverfassungsgericht zu hoffen, solche Auseinandersetzungen werden in den Betrieben und auf der Straße entschieden und dies setzt voraus, innerhalb der Arbeiterbewegung die Klarheit darüber zu verbreiten, dass es hier um die Aushöhlung des Streikrechts geht. (…)

erschienen am 02.05.2015 in der jungen Welt

Es ist ärgerlich wenn das einzige, einigermaßen behindertengerechte Verkehrsmittel nicht verfügbar ist,

Was für viele  behinderte Menschen halt nunmal die Bahn ist.

Für den berechtigten  Ärger ist die GDL aber nicht der richtige Adressat,

Der Bahnvorstand, der es in der Hand hat diesen Streik zu beenden. das ist der richtige Adressat.

Ich finde es aber genauso ärgerlich wenn  die bürgerliche Presse  wie hier die  Huffingtonpost  behinderte  Menschen missbraucht um Hetze gegen die GDL zu betreiben!

Ich finde das widerlich.!!!

Kein Sympathieträger für behinderte Menschen!

Das der GDL Vorsitzende Weselsky kein Sympathieträger ist und behinderte  Menschen  nicht zu seinen größten Fans gehören liegt unter anderem an solchen untragbaren  Äusserungen:

„Wenn zwei Kranke ein Kind zeugen, kommt von Beginn an was Behindertes raus“ (Im Video vom August 2014 – für die, die sich die Misere live geben wollen)

Er hat sich dafür entschuldigt: „Ich bedaure, dass ich nicht die richtigen Worte gewählt habe.“

Weselsky woltte ausdrücken, dass durch die Vereinigung der beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) im Jahr 2010 keine starke Gewerkschaft entstanden sei..

Was nach meiner Ansicht so auch gewerkschaftspolitisch so  nicht richtig ist.

Aber sei es drumm.

Die Äusserung war  auf allen Ebenen  scheisse, und es folgten  zu recht  harte Reaktionen:

„Die Aussage von Herrn Weselsky hat mich auch persönlich schwer getroffen. Ich habe selber einen Sohn, der behindert zur Welt kam und in der Folge starb“,

sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner der Bild.

„Mit Menschen einer solchen Gesinnung, die zudem auf Polarisierung und Spaltung der Belegschaft setzen, kann ich nicht an einem Tisch sitzen und über eine Tarifkooperation verhandeln.“

Der Vertrauensmann für Schwerbehinderte bei der Deutschen Bahn, Gerhard Schimm, sagte: „Wir sind empört und stinksauer,

das sei ein Schlag ins Gesicht der 13.000 behinderten Kollegen bei der Bahn. Ich würde Herrn Weselsky die rote Karte zeigen“

Unter diesen 13000 Mitarbeiter_innen sind oder waren sicher auch GDL Mitglieder, schon  aus diesem Grund  hätte Weselsky damals  zurücktreten müssen.

Weselsky  hat mit dieser Aussage der GDL und indirekt der gesamten Gewerkschaftsbewegung geschadet.

Das hätte zum Rauswurf.aus der GDL fühen können/müssen.Das ist aber leider nicht passiert.

Neue Auseinandersetzung  alter Vorsitzender

Bei der jetzigen Hetze gegen die GDL geht es aber nicht um Weselsky als Person sondern um Weselsky als Funktionsträger,

denn in der Ausseinandersetzung mit der Bahn macht er einen passablen Job, deshalb ist er das Ziel des bürgerlichen Pressemobs geworden.

Diese Angriffe gegen die GDL  sollen nicht  eine Person schwächen, sonden das Streikrecht im ganzen.

Die GDL als ganzes hat in dieser Auseinandersetzung, die Solidarität  der Teile  der  behinderten Menschen verdient welche der Arbeiter_innenklasse und mit ihr verbündeter  Schichten angehören.

Das sie nicht  mit der Solidarität  derer rechnen kann welche auf der Seite der Ausbeuter stehen ist ja eh  klar.

Um die  Person Weselsky  kann und muss es in der GDL  eine Auseinandersetzung zu einem späteren Zeitpunkt geben.

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